Reise nach Griechenland

19 luglio 2015. Geschichte damals ins Facebook gesetzt: "Heut Vormittag vor dem Hotel Rapsodia bei Shengjin der gleiche Anblick wie im ganzen Land: Zuviel Polizei. Unser gestriges Aha-Erlebnis: In Tirana stehen Polizisten am Strassenrand und ein dazupassendes Gefährt. Einer winkt, ich versteh das Zeichen nicht - soll ich anhalten? Unsicher geworden brems ich das Auto ein paar Meter weiter hinten ab, er kommt heran. Öffnet die rechte hintere Autotür und fängt an, Sachen in die Hand zu nehmen. Werden wir nun gefilzt, Finanzpolizei oder was? Im nächsten Moment jedoch sitzt der Polizist bereits auf der Rückbank bei uns im Wagen. Es scheint sich um eine Art Autostop gehandelt zu haben. Jedoch - er spricht kein Wort Englisch, Italienisch oder gar Deutsch und unsere Theorie ist, dass er einfach mitgenommen werden will und wie sich bald herausstellt - wohl betrunken ist. Er nennt einen Ort, in den er gelangen müsse (wohl nachhause). Zum Glück einen Ort, der bald nicht mehr auf unserer Strecke liegt. Und wir erklären ihm, dass er dann wohl in ein anderes Auto umsteigen müsse. Jedoch versteht er nix und will es auch gar nicht verstehn und wär wohl auch mit uns an die Adria gefahren und mit jedem Kilometer hätten wir mehr Verantwortung für ihn übernommen, wie er denn später überhaupt noch nachhause käm und zudem: Wer hat schon gern einen besoffenen Polizisten im Auto, bewaffnet und unberechenbar? Harmlos wirkte er schon - doch who knows? Was tun? Ich fahr raus an der Tankstelle vor der Abzweigung Richtung Shkodër und hoff dringend auf Unterstützung in meinem Anliegen. Erst einmal versteht kein Mensch Englisch, Italienisch oder Deutsch. Zweiter Versuch mit einem dazukommenden Angestellten auf Italienisch. "Abbiamo un poliziotto ubriaco nella macchina e non va fuori!" (Wir haben einen betrunkenen Polizisten im Auto, der nicht aussteigt) Italienisch hilft da und dort und wirklich, ein Tankwart versteht mich! Und folgt mir verwundert zum Fiat, auf der Rückbank der stur niedergelassene Fahrgast unter strenger Aufsicht des 'Wachtmeisters Billo' am Beifahrersitz. Auf Albanisch kann der Tankwart den Polizisten schliesslich unter Mühe davon überzeugen, in sein Auto umzusteigen - er fahre ihn heim! Denn ohne dieses Versprechen wär der Angelegenheit nicht friedlich beizukommen gewesen. Tausend Handküsse diesem hilfreichen albanischen Menschen, der uns aus einer wahrlich misslichen Lage befreit hat. Was bleibt, sind ein paar Fragen: 1. Was ist los mit der Polizei in Albanien, warum steht sie an jeder Strassenecke? 2. Ist man verpflichtet, allen (privaten) Anordnungen von Polizisten zu folgen, ja oder nein? 3. Was würde passieren, wenn man sich einer (privaten) Anordnung widersetzt? Sooo genau will man/frau es vielleicht gar nicht wissen. Leaving Albania today. A wonderful country with a strange police."

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